Lebensmittelabfälle in Deutschland sollen bis 2030 halbiert werden. Dies ist möglich. Was hält uns also davon ab?

Wie einige von euch vielleicht schon wissen, engagieren wir uns neben unseren Projekten auch mit konkreten Forderungen an die Politik, um Lebensmittelverschwendung zu minimieren: RESTLOS GLÜCKLICH hat 2019 gemeinsam mit SIRPLUS, Foodsharing und Too Good To Go das Bündnis Lebensmittelrettung gegründet und spricht sich mit weiteren 34 Initiativen, Vereinen, Unternehmen und Organisationen für mehr Lebensmittelwertschätzung aus. 

Lebensmittelabfälle in Deutschland sollen bis 2030 halbiert werden. Dies ist möglich. Was hält uns also davon ab? 

Zu dieser Fragestellung waren wir am 19.02. bei einer Diskussionsveranstaltung der Deutschen Umwelthilfe zum Thema “Fakten & Mythen aufgeklärt: Rechtliche Rahmenbedingungen für die Weitergabe von Lebensmitteln”.

Was wir aus dieser Veranstaltung und anderen Vorträgen und Diskussionen mit Vertretern aus Politik, Umweltschutz, Landwirtschaft und Handel mitnehmen: Gesetze zu ändern oder zu erweitern, um Lebensmittelverschwendung einzudämmen bzw. die Weitergabe von aussortierten Lebensmitteln zu erleichtern, ist in Deutschland nicht einfach und daher ein langwieriger Prozess. Auch wenn allgemein gültige bindende Gesetze eine Eindämmung der Lebensmittelverluste beschleunigen würden, ist dies in naher Zukunft in Deutschland voraussichtlich nicht zu erwarten. Worauf wir also setzen müssen ist freiwilliges Handeln der unterschiedlichen Akteure entlang der Wertschöpfungskette und auf Unternehmen, gemeinnützige Organisationen, Start-Ups, die Medien und jede*n Einzelne*n von euch, um Verantwortung zu übernehmen und nicht nur eine Vor-Denker- sondern v.a. eine Vor-Macher Rolle einzunehmen.

Die Verantwortung darf nicht bei den Konsumenten liegen – wir vom Bündnis Lebensmittelrettung werden uns für die Zusammenarbeit mit Politik und Handel einsetzen, um einen Aufbau von verbindlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Die positive Nachricht von Diskussionen an diesem Abend: selbst der Handel ist an einheitlichen Vorgaben interessiert, sodass für alle Lebensmitteleinzelhändler die gleichen Vorgaben gelten und kein „Vorreiter“ die betriebswirtschaftliche Angst haben muss, dass Kunden einer evtl. nachhatigen Strategie nicht folgen, zum Wettbewerber abwandern und Umsätze ausbleiben. 

Ein schönes Zitat von Timo Schmitt (SIRPLUS) an diesem Abend: „Wir sollten nicht von Lebensmittelabfällen sprechen, sondern von überschüssigen Lebensmitteln, da sie kein Müll sind und auch nicht so benannt und behandelt werden sollten.“ 

 

Foto: Joris Felix Patzschke

 

 

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