Bündnis Lebensmittelrettung

Essen ist politisch! Mit unserer Bildungsarbeit leisten wir einen nachhaltigen Beitrag gegen die Lebensmittelverschwendung. Das Bündnis Lebensmittelrettung haben wir mit unseren Partnerorganisationen Too Good To Go,  Sirplus und Foodsharing initiiert, um als starke Stimme für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln aufzutreten und den öffentlichen Diskurs mit unserer Expertise mitzugestalten. Wir setzen uns dafür ein, dass nachhaltiges Wirtschaften mehr Relevanz gewinnt –  auf der politischen Agenda und in privaten Haushalten.

Unsere Forderungen umfassen:

 

Wegwerfstopp

Wir fordern sowohl ein Gesetz, als auch rechtliche Rahmenbedingungen, welche die tagtägliche Lebensmittelverschwendung effektiv einschränken. Denn obwohl es in Deutschland seit 25 Jahren die Tafeln gibt, landen in Supermärkten immer noch 90 % jener „unverkäuflichen“ Ware im Müll. Um dieser Art von Verschwendung entgegenzutreten, gibt es in Frankreich, Italien und Tschechien funktionierende Lösungsansätze, an die hierzulande mit einem entsprechenden Wegwerfstopp angeknüpft werden muss.
Darüber hinaus muss die Spende und Abnahme von Lebensmitteln hürdenlos möglich sein. Aus diesem Grund fordern wir eine Umsatzsteuerbefreiung für Spenden. Außerdem müssen rechtliche Rahmenbedingungen entlang der kompletten Wertschöpfungskette geschaffen werden, um eine ganzheitliche Herangehensweise zu etablieren.

 

Anpassungen des Mindesthaltbarkeitsdatums

Die Willkürlichkeit für die Bestimmung des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) muss aufgehoben werden. Lebensmittel sind in der Regel auch noch nach Ablauf ihres MHDs genießbar, werden jedoch häufig aufgrund der Überschreitung des Datums weggeschmissen. Dieses vorzeitige Entsorgen entsteht unter anderem dadurch, dass es im Ermessen der Produzent*innen liegt, das MHD festzulegen. Wir fordern daher mehr staatliche Investitionen in die Erforschung eines MHDs, welches sich an der Verzehrfähigkeit von Lebensmitteln orientiert. Auf Basis dieser Richtwerte müssen die Produzent*innen ihr MHD bestimmen. Weichen die unternehmensinternen MHDs von den Richtwerten ab, müssen sich Produzent*innen dazu erklären und eine amtliche Erlaubnis einholen.

 

Bildung

Wir fordern die Verankerung des Themas Lebensmittelverschwendung im Lehrplan aller Bundesländer. Bildungsarbeit wird in der nationalen Strategie lediglich unverbindlich erwähnt. Das Bewusstsein der nächsten Generation bezüglich der eigenen Lebensmittelverschwendung muss aber geschärft werden, um diese zum nachhaltigen Handeln zu befähigen. Deshalb sehen wir es als elementare Aufgabe der Politik, die Wertschätzung von Nahrung in den Lehrplänen bundesweit und langjährig zu verankern.