Was kannst du tun?

Lebensmittelverschwendung ist eine große Herausforderung. Die Gründe dafür kennt ihr bereits. Den höchsten Anteil der Verschwendung machen private Haushalte aus! Das ist eine schlechte und gleichzeitig gute Nachricht, denn sie bedeutet, dass jede*r Einzelne etwas dagegen tun kann. Euer Einfluss darauf, diesen Zustand zu ändern, ist also groß! Mit kleinen Veränderungen in eurem Konsumverhalten könnt ihr eure Ernährung schnell viel nachhaltiger gestalten! Wir haben für euch unsere 8 Tipps zu klimafreundlicher Ernährung und die wichtigsten To do‘s für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln hier zusammengefasst.

Den eigenen Sinnen vertrauen

Lasst euch nicht vom Mindesthaltbarkeitsdatum abschrecken. Diese Verbraucherinformation ist leider ziemlich unnütz, um herauszufinden, ob ein Produkt noch genießbar ist. Vertraut lieber euren Sinnen: Öffnet das Produkt, schaut es euch genau an, rührt es einmal um, riecht dran und probiert. Eure Sinne sollen euch vor Verdorbenem bewahren, also vertraut darauf, dass sie euch vermitteln, ob das Produkt noch gesund für euch ist. Challenge für Fortgeschrittene: Ihr habt heute geplant, Milchreis zu kochen? Wieso kauft ihr nicht die Verpackung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum von morgen? So rettet ihr diese Milch vor dem Aussortieren.

Beim Einkauf von Obst und Gemüse könnt ihr genauso wie bei Produkten, die nahe am Mindesthaltbarheitsdatum sind, darauf achten, dass ihr euch vom gesellschaftlichen Schönheitswahn unabhängig macht: Ein Apfel mit leichter Schrumpelhaut, eine einzelne Banane oder eine dreibeinige Karotte haben den gleichen Wert wie ihre makellosen Artgenossen. Also greift zu, bevor sie aussortiert werden!

Schreibt eine Einkaufsliste

Einkaufslisten helfen euch ungemein, euren Lebensmittelkonsum nachhaltiger zu gestalten. So kauft ihr nur noch selten Dinge ein, die ihr am Ende nicht verwertet und könnt dadurch Verschwendung vorbeugen. Der Schritt hin zu klimafreundlicher Ernährung ist dann nicht mehr groß, weil ihr vorab recherchieren könnt, welches Gemüse und Obst gerade Saison hat und welches Rezept dafür passend ist.

Wenn ihr möchtet, könnt ihr nach klimafreundlicheren Alternativen zu Butter, Rindfleisch und Avocado suchen und damit euren Einkauf auch gesund fürs Klima gestalten.

Seid kreativ mit deinen Resten!

Resteküche muss nicht heißen, in der Mikrowelle erwärmte Überbleibsel vom Vortag zu verspeisen. Seid kreativ und macht aus eurem Kartoffelstampf eine feine Suppe, zaubert aus trockenen Buttercroissants und schrumpeligen Äpfeln einen heißen Crumble und friert Gemüseschalen, ausgepresste Zitronen und übriggebliebenes Rohkost ein und nutzt sie bei nächster Gelegenheit als Grundlage für Brühen und Saucen. Lasst euch von euren Lebensmitteln inspirieren und probiert Neues aus – so werdet ihr Abfälle vermeiden und wahre Geschmacksvielfalt erleben.

Lagert eure 
Lebensmittel gut!

Lebensmittel halten sich bei richtiger Lagerung deutlich länger, also informiert euch gut, wohin ihr euren Einkauf sortiert: Gemüsefach? Ja, hier ist wohl klar, was hier gelagert wird. Gut zu wissen: Tomaten sind ein Fruchtgemüse, also eine Mischung aus Obst und Gemüse. Sie gehören nicht in den Kühlschrank, weil sie dort ihr ganzes Aroma verlieren. Lagert sie stattdessen einfach in einer Schale auf der Küchenablage. Das Tiefkühlfach dürft ihr gerne auch für Lebensmittel wie Butter, Milch und Brot verwenden – zum Beispiel, wenn ihr in den Urlaub fahrt und ein Brot für die Heimkehr frisch halten wollt. Ansonsten gilt: Das unterste Fach des Kühlschranks ist am kältesten. Hier werden leicht verderbliche Lebensmittel wie Fleisch und Fisch aufbewahrt. Darüber lagert ihr am besten eure Milchprodukte und angebrochenen Lebensmittel. In das oberste Fach könnt ihr dann eure Marmelade, saure Gurken und zubereitete Speisen aufbewahren: Sie sind nicht ganz so empfindlich. Die Tür ist der wärmste Platz im Kühlschrank: Hier finden Butter, Senf, Tomatenmark und Co. ihren Platz.

Sharing is Caring

Wenn ihr merkt, dass ihr eure Lebensmittel nicht alle selbst verwerten könnt – zum Beispiel vor einem Urlaub oder wenn ihr euren eigenen Gemüsegarten pflegt, dann teilt – in privatem Rahmen mit Familie und Freund*innen oder über öffentliche Verteilerstellen. Foodsharing ist hierzu in vielen Städten eine empfehlenswerte Möglichkeit.

Lebensmittel komplett verwenden!

Unsere Lebensmittel geben oft mehr her, als uns bewusst ist. So ist zum Beispiel das Möhrengrün eine sehr leckere Grundlage für ein Pesto und kross gebackene Gemüseschalen ein leckerer Snack. Informiert euch, wie sich eure Lebensmittel vollständig verwerten lassen und erlebt eine neue geschmackliche Vielfalt. Lasst euch vom „Leaf to Root“-Konzept inspirieren.

Hilfsmittel gegen Lebensmittelverschwendung

Hier findet ihr nützliche Websites mit Tipps

 

Restegourmet – Eine zutatenbasierte Rezeptsuche
Die Datenbank mit einer einfachen Suchfunktion ermöglicht es, Rezept-Ideen zur Verwertung Ihrer Reste zu finden.

Etepetete
Der Verein bietet eine Obst und Gemüse „Retterbox“ an. Die Box enthält das Obst und Gemüse, welches normalerweise auf dem Feld liegen geblieben wäre, weil Form und Größe nicht der Norm im Supermarkt entsprechen. Die Kiste wird zu euch nach Hause geliefert. 

CO2 Rechner
Auf dieser Website könnt ihr eure persönliche CO2 Bilanz berechnen und erhaltet Hinweise zur Optimierung. 

Klimatarier
Diese Website ermöglicht das Berechnen der CO2 Emissionen für ein Rezept/ Gericht. Der C02 –Wert wird daraufhin in Autokilometern und gefällte Bäume umgerechnet. 

Flächenrechner
Dieser Rechner ermöglicht die Berechnung des Flächenverbrauchs für ein bestimmtes Gericht.

Boris Demrovski: Das Klimakochbuch (BUND)

Susanne Pretterebner: Rezepte der Zukunft

Sophia Hoffmann: Zero Waste Küche

Tainá Guedes: Die Küche der Achtsamkeit


Foodsharing
ist eine Plattform zum Teilen von Lebensmitteln. Die Devise ist, lieber zu verschenken, als wegzuwerfen. Die zu vermittelnden Lebensmittel werden in eine Online-Datenbank eingetragen, wo sie an andere Nutzer kostenlos übermittelt und dann beim Anbieter oder an einem öffentlichen Hotspot abgeholt werden können.

 

Too good to go
Mit dieser App können Restaurants und Bäckereien den Nutzern nach Ladenschluss überschüssiges Essen für wenig Geld anbieten und somit das Wegwerfen wertvoller Lebensmittel verhindern.

 

ResQ Club
Auch diese App ermöglicht es Restaurants und Bäckereien, nach Ladenschluss übriges Essen für wenig Geld anzubieten und somit das Wegwerfen wertvoller Lebensmittel zu verhindern.

 

Zu gut für die Tonne
Diese App fördert euren nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln – nach dem Motto: besser einkaufen, weniger wegwerfen. Neben Tipps zum cleveren Einkaufen – zum Beispiel mit Mengenangaben – gibt es wertvolle Tipps zur richtigen Aufbewahrung sowie für die Resteverwertung.

 

FoodLoop
Die FoodLoop-App informiert euch über reduzierte Lebensmittel nahe dem Mindesthaltbarkeitsdatum in Supermärkten in eurer Nähe. Hier erhaltet ihr exklusive Angebote der Supermärkte und Produkte eurer Wahl. (noch nicht für Android)

 

A Good Opportunity
Über die App können vielfältige Informationen abgerufen werden, die dabei helfen, Lebensmittel besser zu verwerten. Unter anderem gibt es Tipps zur Lagerung, saisonale Rezepte oder Ideen zur Verwertung von Resten.

Taste the Waste (2011)
Der Film setzt sich detailliert mit den Fakten und Konsequenzen der Lebensmittelverschwendung in den Industriestaaten und den damit einhergehenden Folgen im Globalen Süden auseinander. Wichtige Begriffe, wie zum Beispiel Wasserraubbau, Massentierhaltung / industrialisierte Landwirtschaft, Zerstörung der Märkte im Globalen Süden und Containern werden erläutert.

 

We feed the world (2005)
Ein österreichischer Film, welcher sich mit der Problematik des weltweit industrialisierten Anbaus von Getreide und Obst/Gemüse auseinandersetzt. Es werden Themen wie die Massentierhaltung, die Abholzung der Regenwälder, die Zerstörung der lokalen Märkte im globalen Süden und Hybridsaatgut beleuchtet.

 

10 Million – Wie werden wir alle satt? (2015)
Bis 2050 wird die Weltbevölkerung auf zehn Milliarden Menschen anwachsen. Doch wo soll die Nahrung für alle herkommen? Kann man Fleisch künstlich herstellen? Sind Insekten die neue Proteinquelle? Oder baut jeder bald seine eigene Nahrung an? Diesen Fragen geht der Film nach und macht Hoffnung auf neue Möglichkeiten.

 

Europas dreckige Ernte – ARD Mediathek (2018)
Diese Dokumentation beschreibt den Weg unserer Lebensmittel in den Supermarkt. Der Film geht der Frage nach, mit welchen Problemen die Anbauländer konfrontiert werden. Wasserarmut, hoher Pestizid-Einsatz und Preisdumping werden thematisiert. Detailliert wird beschrieben, unter welchen Bedingungen die Erntehelfer*innen vor Ort arbeiten und leben müssen. Als Beispiele werden Almeria in Spanien und Anbaugebiete in Süditalien gezeigt.